Amazon Pharmacy startet als Online-Apotheke in den USA durch

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Der E-Commerce Gigant Amazon steht mit einem neuen Projekt in den Startlöchern. Amazon Pharmacy soll in den USA künftig anderen Online-Apotheken Konkurrenz machen. Was sich bereits zeigt: Schon jetzt bringen Anteilseigner der zukünftigen Konkurrenz die Aktienkurse zum Einbrechen. In Deutschland gibt es jedoch für den Service Komplikationen.

Als Online-Apotheke bereitet sich Amazon für das nächste große Projekt vor: Die Eroberung des Gesundheitsmarktes. Amazon kündigte nun den Start einer eigenen Internet-Apotheke in den USA an. Bereits im Sommer 2018 hatte Amazon erste Schritte mit dem Kauf der Online-Apotheke Pillpack gewagt. In den vergangenen zwei Jahren sicherte sich das Unternehmen außerdem mehr staatliche Lizenzen für den Versand von ärztlichen Verordnungen in den USA und im Ausland.

Mitte November hat Amazon jetzt den Start von Amazon Pharmacy verkündet und damit einen Einbruch der Aktien von US-Drogerieketten (die ebenfalls Medikamente verkaufen dürfen) verursacht. Aktien der Konkurrenten wie GoodRX , CVS Health oder die Drogerie Wallgreens Boots Alliance sackten abrupt an. Anbieter für verschreibungspflichtiger Medikamente machen dieses Jahr einen Umsatz von über 900 Milliarden Dollar – ein Markt aus dem Amazon nun Gewinn machen will.

Zeitliche Entwicklung Amazons hinsichtlich dem Thema Gesundheit bei seinen Kunden.

Amazon Pharmacy agiert wie andere Amazon Dienste

Das Vorgehen soll hierbei ähnlich wie bei dem Online Marktplatz sein. Amazon Pharmacy will Preisvergleiche beim Kauf von Medikamenten über die Website oder der Amazon App anbieten. Das Unternehmen will außerdem den Schutz sensibler Daten seiner Kunden sichern. Weiterhin möchte Amazon einen Rund-um-die-Uhr Service mit Apothekern anbieten, bei dem Fragen zu jeder Tageszeit beantwortet werden. Dafür stellt Amazon eine eigene Rufnummer bereit. Mitglieder von Amazon Prime sollen laut dem Unternehmen eine kostenfreie Lieferung innerhalb von zwei Tagen erhalten. Zusätzlich will Amazon einen Rabatt von bis zu 80% gewährleistet, wenn die Käufer die Medikamente privat bezahlen und keine Versicherung in Anspruch nehmen. Amazon will Medikamente wie beispielsweise Opioide ausschließen.

Start zunächst nur in den USA

Zunächst geht der Dienst in den USA live, ist jedoch noch nicht in allen US-Bundesstaaten verfügbar. Die Ausbreitung nach Deutschland ist aufgrund der steigenden Digitalisierung und die Einführung des e-Rezeptes Mitte nächsten Jahres nur eine Frage der Zeit . Bereits vor kurzem hat Amazon die Marke „Amazon Pharmacy“ in der EU angemeldet. Die deutsche Apotheken-Branche sieht den Vorstoß des Internet-Giganten noch gelassen. Die Grundlagen für den Apothekenbetrieb in Deutschland erklären außerdem, dass in Deutschland zum einem ein Fremd- und Mehrbesitzverbot bei Apotheken gilt und Kapitalgesellschaften keine Apotheken betreiben dürfen.

Mit dem Eintritt Amazons in den Gesundheitsmarkt könnt die allgemeine Akzeptanz für Online-Apotheken in der Gesellschaft ausgebreitet werden. Der Service spricht nicht nur die Prime Mitglieder Amazons an, sondern auch allgemeine Kunden Amazons. Wann Amazon die Online-Apotheke nach Deutschland ausweitet, ist noch unklar.

 

Antonia Genßler unterstützt das eomazy-Team neben ihrem Studium im Fachbereich E-Commerce an der FH Würzburg in den verschiedenen Aufgabenbereichen rund um das Thema Online-Marktplätze und hilft bei der Verbreitung des eomazy-Fachwissens durch informative Beiträge und News auf der Homepage.

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